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  • Leben in Balance

    ImageLeben in Balance

    Zum Buch von Kerstin Hack „Swing - Dein Leben in Balance"

    von Kurt J. Heinz

     

    Leben in Balance! Wird damit nicht mit drei Worten gesagt, was sich jeder wünscht: in Balance zu sein, im Gleichgewicht zu stehen, in sich selbst zu ruhen und mit sich selbst zufrieden, eben in Balance zu sein?

    Aber: Hand aufs Herz. Wie vielen Menschen gelingt es, stets die Balance zu finden und zu halten? Selbst manche, die heute noch überzeugt sind, dass sie fortwährend alles im Griff haben, stehen anderentags unerwartet vor dem Nichts und sind ratlos. Da ist nicht nur der Beruf mit seinen druckvollen Verpflichtungen, da sind all die Menschen, Partner, Kinder, Eltern, Verwandte, Freunde, Gegner und Feinde mit ihren oft ungeduldigen Erwartungen, vielfältigen Forderungen und nicht zuletzt manchen Verletzungen, und da ist der Mensch auch schließlich noch selbst, ausgesetzt seinen eigenen Bedürfnissen, Trieben und Leidenschaften, in seiner Konfrontation mit den Wogen des Schicksals, in denen er nach oben gespült oder hin und her geschleudert wird und auch unterzugehen droht, in der Euphorie des Erfolgs, der Bitterkeit Niederlage oder im Leid und bedrängenden Lebensnöten.

    Wer ein allgemeingültiges, stets anwendbares und gültiges Patentrezept dafür hätte, wie man Balance im Leben findet und stets hält, hätte sicher dafür längst ein Patent angemeldet, wäre selbst in bester Balance und würde womöglich für den Rest seines Lebens auch materiell ausgesorgt haben. Er hätte eine Art Weltformel für die Gestaltung des Lebens gefunden. Eine solche Weltformel kann und will Kerstin Hack mit ihrem Buch "Swing" natürlich nicht präsentieren. Sie muss ein ganzes Stück bescheidener bleiben. Mit ihrem Buch will sie vielmehr Anregungen geben und helfen Antworten auf die Fragen zu entdecken, wie man "Die Lebenswoche" so gestalten kann, dass man oder frau alle Arbeit schafft und dennoch genug Raum für Kreativität, menschliche Beziehungen, Ruhe und pures Leben bleiben.

    Wenn Kerstin Hack auch nicht selbst eine Weltformel präsentieren kann, so macht sie bei Ihren Antworten jedoch reichlich Gebrauch von einem Buch, das zumindest für überzeugte Christen eine Weltformel für die Existenz und Sinngebung des Menschen an sich ist und darum Buch der Bücher genannt wird. Ausgehend von der Schöpfungsgeschichte der Bibel und der Art wie Gott die Welt geschaffen hat, gibt Kerstin Hack Anleitungen, wie das Leben balanciert gestaltet werden kann. Sie entfaltet die sieben Tage der Schöpfungswoche und gibt aus ihrer Interpretation des Schöpfungswirkens Antworten für Gestaltung und Rhythmus des Lebensalltages. Die Antworten sind keine Antworten aus dem biblischen Verständnis einer überkommenen Zeit, sondern Antworten für die Moderne, die eine Frau, die mit beiden Beinen als Verlagsleiterin in dieser Moderne steht, aus zeitlos gültigen Einsichten und Offenbarungen biblischer Überlieferung für den Menschen in der heutigen Zeit gibt. Kerstin Hack lädt zum erfüllten Leben ein, in dem beides, beruflicher Erfolg und spirituelle Erfüllung im christlichen Glauben seinen Platz einnimmt, ja die sich in einem Geflecht der Gegenseitigkeit geradezu bedingen und ein Gleichgewicht schaffen, das die nötige Balance erhält.

    Kerstin Hack bleibt nicht in der abstrakten Theorie verhaftet. Als Frau der Praxis gibt sie lebenstüchtige Anregungen, die sie an griffigen Beispielen und Vorschläge veranschaulicht. Es findet sich darin ein Baukasten mit Elementen wie dem „Danke-Buch“, der 1-Min. Reflektionszeit, dem grünen Marker für getane Arbeit, mit denen jeder experimentieren kann. Es sind Inspirationen, von denen sich der Leser leiten lassen kann, um das eine oder andere in die einzelnen Schöpfungstage seiner Lebenswoche aufzunehmen. Doch Kerstin Hack bleibt nicht bei den Werkzeugen der praktischen Lebenshilfe stehen. Neben den Tisch des Handwerklichen stellt sie auch einen Altar für das Sinnliche, indem sie einen Strauß von einfühlsamen Gedichten präsentiert, die Herz und Seele berühren. So findet sich auch in ihrem Buch selbst eine Balance zwischen Existenz und Transzendenz, zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, zwischen Geist und Sinnlichkeit, zwischen Lebenstüchtigkeit und Erbauung. Es ist ein Buch, das die Fülle des Lebens ausbreitet und eine vortreffliche Wegeskizze an die Hand gibt, diese Fülle zu finden, mit schöpferischem Rhythmus zu schwingen ohne aus der Balance zu geraten.


     

    Zum Buch

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    Swing ist 2. erw. Auflage erhältlich (Oktober 2004)
    Verlag: Down to Earth, Internet: www.down-to-earth.de
    ISBN-10: 3935992246
    ISBN-13: 978-3935992244
    Größe: 20,4 x 13 x 1,8 cm
    Broschiert: 144 Seiten, 12,80.-

    -> Als Leseprobe ist die Einleitung zum Buch im Anhang beigefügt.

    -> Weitere Information und Bestellung

    Zur Autorin

    Image Kerstin Hack hat in Tübingen und Singapur Anglistik (Neuere Englische Literatur) und Ethnologie (Völkerkunde) mit Schwerpunkt interkulturelle Kommunikation studiert. Von 1987 - 1999 gestaltete sie als leitende Mitarbeiterin und später Geschäftsführerin den Aufbau eines international tätigen Vereins. Im Jahr 2000 gründete sie den Verlag und die Beratungsfirma "Down to Earth".
    Sie bildete sich in verschiedenen Bereichen fort, insbesondere im „Zeit- und Lebensmanagement" sowie im DISG Persönlichkeitsprofil (dominance, influence, steadiness und conscientiousness).

    Kerstin Hack ist Autorin bzw. Herausgeberin mehrerer Bücher und Impulsehefte über Selbstfindung, kreative Spiritualität und ausgewogenes Leben (-> Swing-Seminar). Sie schreibt für verschiedene Magazine und ebenso als Referentin im In- und Ausland gefragt. Wenn sie nicht schreibt oder referiert widmet sie ihre Zeit dem Reisen und der Fotografie.


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  • Aus der Plenardebatte des Deutschen Bundestages zum Kinderförderungsgesetz


    04.06.08

    Aus der Plenardebatte der 1. Lesung zum Kinderförderungsgesetz

     

    (MEDRUM) In den Debattenbeiträgen zur 1. Lesung des Kinderförderungsgesetzes im Deutschen Bundestag am 29.05.08 wurde deutlich, dass die Maßnahmen des Gesetzes im Wesentlichen als Mittel gesehen werden zur Gewährleistung der Erwerbstätigkeit beider Elternteile oder Alleinerziehender, Erhöhung der Frauenerwerbsquote, zur Behebung des Fachkräftemangels, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, Bekämpfung der Kinderarmt und zur öffentlichen Aufziehung der Kinder ("Aufziehen der Kinder ist eine öffentliche Aufgabe").

    Auszüge aus den Redebeiträgen

    Dr. Hermann Kues, Parl. Staatssekretär bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

    "Darüber hinaus werden wir verstärkt Plätze für Kinder schaffen, deren Eltern Arbeit suchen. Das ist gerade für Alleinerziehende wichtig; denn Arbeit ist das beste Mittel gegen Kinderarmut.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie der Abg. Ina Lenke [FDP])

    Das Kinderförderungsgesetz ist der letzte Baustein für den Ausbau des Betreuungsangebotes. Wir schaffen damit den Anschluss an die familienpolitisch erfolgreichen Länder. Das sind meiner Meinung nach historische Schritte für die frühe Förderung von Kindern. Das sind historische Schritte für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

    hermann.kues@bundestag.de

    Ina Lenke (FDP):

    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kues hat sehr gut vorgetragen, was in der Präambel des Kinderförderungsgesetzes steht:
    Eltern und Kinder benötigen aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebenssituationen und Bedürfnisse Betreuungsangebote in großer Vielfalt. ... Durch fachlich notwendige und geeignete finanzielle Rahmenbedingungen soll die Gewähr dafür gegeben werden, dass qualifiziertes Personal für diese verantwortungsvolle Aufgabe gewonnen werden kann.
    Dabei unterstützen wir die Bundesregierung, Herr Kues.
    (Beifall bei der FDP sowie der Abg. Christel Humme [SPD])

    Wir sagen ganz deutlich - dies beziehe ich auch auf Bayern -: Wir lehnen das Betreuungsgeld ab.
    (Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

    Johannes Singhammer (CDU/CSU):

    Geschätzte Frau Kollegin Lenke, ist Ihnen bekannt, dass das Ehegattensplitting mit der Frage der Kinder nichts zu tun hat, sondern der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zufolge ausschließlich ein Ausgleich innerhalb der Ehe ist?
    (Widerspruch bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN - Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist doch das Problem!)

    Wäre es nicht ein Zeichen von Liberalität, ein größtmögliches Maß an Wahlfreiheit zu gewährleisten, wenn man Paaren, Müttern und Vätern die Möglichkeit gibt, die Art der Erziehung zu wählen? Dazu zählt eben auch die Möglichkeit, ein Betreuungsgeld wahrzunehmen.

    johannes.singhammer@bundestag.de

    Ina Lenke (FDP):

    Herr Singhammer, die FDP ist immer für Wahlfreiheit. Wie es die Partner untereinander aufteilen, wer arbeiten geht und wer zu Hause bleibt - es kann ja auch der Mann zu Hause bleiben -, oder ob beide arbeiten wollen, etwa weil sie die Hypothek für ein Haus abbezahlen müssen, bleibt den Partnern überlassen.
    Was das Ehegattensplitting angeht, brauchen Sie mir nichts zu erzählen: Ich bin Steuerfachangestellte. Fakt ist, dass es beim Ehegattensplitting einen Steuervorteil von bis zu 8 000 Euro,
    (Christel Humme [SPD]: 9 000!)
    bei der Reichensteuer von bis zu 15 000 Euro gibt. Es ist eine Unverschämtheit, dass Paare, bei denen einer zu Hause bleibt, vom Staat beim Ehegattensplitting mit bis zu 8 000 Euro, bei der Reichensteuer mit bis zu 15 000 Euro belohnt werden.

    (Ingrid Fischbach [CDU/CSU]: Dann ändern Sie Art. 6 des Grundgesetzes, Frau Lenke! Nehmen Sie den Schutz der Ehe! Seien Sie konsequent!)

    Dies ist - das will ich deutlich sagen - meine persönliche Ansicht, ich habe dafür noch nicht die Mehrheit der FDP. Am Wochenende findet unser Bundesparteitag statt, dann werden wir das wieder auf der Tagesordnung haben. Ich werde so lange kämpfen, bis der Alltag von Müttern und Vätern endlich berücksichtigt wird.

    ina.lenke@wk.bundestag.de

    Caren Marks (SPD):

    "Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Was vor der Fußballweltmeisterschaft niemand für möglich gehalten hätte, ist eingetreten: Deutschland ist Weltmeister der Herzen geworden. Wer hätte noch vor ein paar Jahren geglaubt, dass wir in Deutschland im Jahr 2008 den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab einem Jahr beschließen werden?
    (Beifall der Abg. Christel Humme [SPD])

    2006 wurde das Sommermärchen für alle Fußballfans wahr, 2008 wird ein Sommermärchen für Familien wahr.
    (Beifall bei Abgeordneten der SPD - Ekin Deligöz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ich dachte, 2013!)

    Wir haben es geschafft: Wir haben den Rechtsanspruch ab eins durchgesetzt. Wir haben dafür gesorgt, dass sich der Bund dauerhaft finanziell an der Kinderbetreuung beteiligt. Die Fußballfans unter uns würden sagen: Das ist ein Hattrick für Familien, drei Tore in einer Halbzeit: mehr Bildungs- und Teilhabechancen für Kinder, mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Mütter und Väter sowie mehr Unterstützung der Eltern bei der Förderung ihrer Kinder. Einsatz und Stehvermögen zahlen sich nicht nur im Fußball, sondern auch in der Familienpolitik aus.

    Im Übrigen haben wir uns mit der Lissabon-Strategie dazu verpflichtet, die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union bis 2010 deutlich zu steigern. Dieses Ziel können wir nur durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie mehr Chancengleichheit in der Bildung erreichen. Deutschland in der Mitte Europas hat eine ganz besondere Verantwortung. Wir müssen deshalb Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung konsequent ausbauen."

    caren.marks@wk.bundestag.de

     

    Jörn Wunderlich (DIE LINKE):

    "Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich will mich thematisch auf das Kinderförderungsgesetz im Zusammenhang mit unserem Antrag beschränken. Den Rest klären wir in der Anhörung, die wir gestern beschlossen haben.
    (Ute Kumpf [SPD]: Haben Sie auch Frau Müller gefragt? Was sagt denn Frau Müller dazu?)
    - Es gibt viele Kritikpunkte. Über das, was davon übrig bleibt, unterhalten wir uns in der zweiten und dritten Lesung.
    Gesetz zur Förderung von Kindern - wer kann dazu schon Nein sagen?
    (Zuruf von der CDU/CSU: Die Linke!)

    Man hätte es auch anders nennen können: Gesetz zur Förderung profitorientierter Kinderbetreuungsunternehmen oder kurz: Profitförderungsgesetz.

    Jetzt aber soll das Sozialgesetzbuch VIII so geändert werden, dass die Länder angehalten werden, alle Träger gleich zu behandeln. Im Klartext: Der Schwarze Peter soll den Ländern zugeschoben werden. Diese sollen zwingend verpflichtet werden, gewinnorientierte Betreiber gleich zu behandeln. Das kann doch nicht das Ergebnis dieser geballten Kritik sein. Die Linke will Kinderbetreuung ausbauen, aber nicht den Markt der Kinderbetreuung.
    (Ina Lenke [FDP]: Den gibt es aber doch schon längst!)

    Eine Gleichstellung von kommerziellen Trägern mit öffentlichen und frei-gemeinnützigen Trägern bedeutet die Öffnung des Kinderbetreuungsmarktes nach den Regeln der EU-Dienstleistungsrichtlinie. Die Folgen davon wären verheerend, nämlich ein verschärfter Verdrängungswettbewerb und Lohn- und Qualitätswettlauf nach unten.

    Insoweit teilen wir, die Linke, die Kritik der Gewerkschaften und der Sozialverbände: Keine teure Bildung für die Reichen und billige Betreuung für die Armen.
    (Beifall bei der LINKEN - Ina Lenke [FDP]: Genauso ist das!)

    Das ist das, was die FDP gerne hätte. Das ist mir klar. - Die Linke ist den Kindern, Eltern und Erziehern verpflichtet, nicht irgendwelchen Aktionären. Deshalb legen wir unseren Antrag vor.
    (Ina Lenke [FDP]: Ein völlig falscher Ansatz!)

    Ich gehe davon aus und befürchte - Frau Lenke, das wird sich bestätigen; das sage ich Ihnen -, dass die Anhörung zum KiföG, die wir im Ausschuss schon beschlossen haben, unsere Kritik bestätigt. Ich hoffe aber auch, dass uns allen hier im Hause Kinder doch wichtiger als Kommerzinteressen sind und dass der Privatisierung der Kinder- und Jugendhilfe - ich glaube, das steckt dahinter - nicht durch dieses Gesetz heimlich Tür und Tor geöffnet wird."

    joern.wunderlich@bundestag.de

     

    Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

    "Herr Singhammer, das sollten Sie schon ernst nehmen, denn - wenn ich das einmal für Sie übersetzen darf - gemeint ist: Das Instrument ist unsinnig und kontraproduktiv. Es wird gerade nicht von den Menschen in Anspruch genommen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie forcieren wollen,
    (Johannes Singhammer [CDU/CSU]: 80 Prozent der Eltern wollen das Betreuungsgeld!)

    sondern vor allem von den Menschen, die knapp bei Kasse sind und für die 150 Euro viel Geld sind - und da sind durchaus problematische Anreizwirkungen zu befürchten.
    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

    Es hält Frauen von der Erwerbstätigkeit ab, und es hält Kinder von der Kinderförderung fern.
    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

    Dieses Instrument ist eindeutig falsch. Das sollten Sie sich wirklich noch einmal überlegen. Wir haben in Deutschland keine Probleme bei der Unterstützung von Frauen, die gerne zu Hause bleiben wollen. Es gibt im Steuerrecht das Ehegattensplitting, und wir haben entsprechende Unterstützungen im Sozialversicherungsrecht verankert. Großen Nachholbedarf gibt es bei der Förderung der Erwerbstätigkeit von Frauen. Dazu gibt es von Ihnen keine Antworten. Deshalb fällt es vielen von Ihnen so schwer, sich mit bestimmten gesellschaftlichen Realitäten abzufinden.Übrigens hat der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen beim Familienministerium zum Betreuungsgeld festgestellt: Es ist systematisch verfehlt.

    ekin.deligoez@wk.bundestag.de

    Ingrid Fischbach (CDU/CSU):

    Jetzt wissen wir, dass familiennahe Betreuungsangebote gerade für Kinder unter drei Jahren unheimlich wichtig sind, damit diese Kinder Bindung erfahren. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass 30 Prozent der Plätze über Tagespflege abgedeckt werden sollen. Aber es ist auch klar - das habe ich an dieser Stelle vor Jahren schon gesagt -, dass Tagesmütter nicht zum Nulltarif zu haben sind. Das bedeutet, dass wir anfangen müssen, die Qualitätsanforderungen an die Tagespflege zu erhöhen, das heißt, die Ausbildung der Tagesmütter zu forcieren, aber auch dafür zu sorgen, dass sie angemessen entlohnt werden. Denn bei dem Bruttostundenlohn, den Tagesmütter derzeit verdienen, können sie die gegenwärtige Abgabenlast nicht tragen.
    Deshalb ist es ebenso richtig und wichtig, die Qualität der Tagespflege nach vorne zu bringen, die Tagesmütter zu begleiten und ihnen - das ist neu - die Möglichkeit zu geben, im Rahmen des Betriebskostenzuschusses zu profitieren. Das gab es bisher nicht; Tagesmütter waren bisher außen vor. Wenn sie aber als Betreuungsalternative wichtig und richtig sind, dann müssen sie auch die Möglichkeit haben, von der Förderung im Hinblick auf die Betriebskosten zu profitieren.
    (Johannes Singhammer [CDU/CSU]: Genau!)

    Es gibt - Herr Wunderlich, vielleicht haben Sie das nicht so im Gedächtnis - eine EU-Dienstleistungsrichtlinie. Was wir jetzt auf den Weg bringen, müssen wir an das EU-Recht anpassen; sonst kommt Europa und kippt das wieder.
    (Marlene Rupprecht [Tuchenbach] [SPD]: Genau!)
    Diese Dienstleistungsrichtlinie besagt nichts anderes, als dass eine Unterscheidung zwischen privatgewerblichen und freigemeinnützigen Trägern nicht vorgenommen werden darf, das heißt, hier herrscht Dienstleistungsfreiheit. Auch die Angebote müssen wir machen.
    (Marlene Rupprecht [Tuchenbach] [SPD]: Nein!)

    ingrid.fischbach@wk.bundestag.de

     

    Marlene Rupprecht (Tuchenbach) (SPD):

    Ich glaube, dass wir das ohne Bruch fortführen. Herr Singhammer, auch Sie bekommen da Ihre Spielwiese, auch wenn das 2013 dann überflüssig ist, weil Sie dann rausgewachsen und erwachsen geworden sind. Dann brauchen Sie das Betreuungsgeld in § 16 nicht mehr; bis dahin ist das überflüssig.
    (Heiterkeit im ganzen Hause)

    Ja, so ist es. Wir geben ihm die Zeit auf der Spielwiese so lange, bis er verstanden hat, dass die Leute nicht mehr auf der Spielwiese, sondern im realen Leben angekommen sind.

    Ich denke, dass das, was § 74 a regelt - Qualität und Angebot für alle -, eine Schlüsselfrage sein wird. Das Thema darf nicht ideologisch geprägt sein, sondern es geht darum, welches Konzept von Sozialstaatlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland gilt und welche Aufgaben öffentlich und welche nichtöffentlich sind.
    (Ina Lenke [FDP]: Das ist aber nicht die Frage!)

    Das Aufziehen der Kinder ist eine öffentliche Aufgabe, bei der Qualität für alle gewährleistet werden muss.

    marlene.rupprecht@wk.bundestag.de

    Aus der Debatte zu TOP 6, Antrag zum Fachkräftemangel

    René Röspel (SPD), 29.05.08

    "Es ist die dringende Warnung dieses Gutachtens, dass der Fachkräftemangel in Deutschland, der nicht nur sichtbar, sondern inzwischen in den Unternehmen auch greifbar geworden ist, das Innovationssystem belastet. Wir brauchen nicht nur viel mehr gut ausgebildete Auszubildende im dualen System, sondern mindestens jedes Jahr 50 000 zusätzliche Akademiker in Deutschland. Das müssen wir schaffen, zum Beispiel über die Steigerung der Erwerbsquote von Frauen oder eben über eine erhöhte Zahl von Jugendlichen in Ausbildung. Die Große Koalition reagiert bereits auf diesen Bedarf. Heute Nachmittag werden wir das Kinderförderungsgesetz in erster Lesung beraten."

    Meinen letzten Bereich möchte ich damit abschließen, dass die Forderung des Gutachtens, das Bildungssystem zu verändern, unterschiedliche politische Antworten in unserem Land findet. In meinem Heimatland Nordrhein-Westfalen, in dem CDU und FDP in der Regierung sind, wird die Forderung nach Veränderung des Bildungssystems mit höheren Kindergartengebühren, stärkerer Aufteilung nach sozialer Herkunft und der Einführung von Studiengebühren beantwortet. Das erlebe ich als Vater von Kindern in der Schule und im Kindergarten.

    rene.roespel@bundestag.de

     


     

    -> Kommentar

  • Das neue Dogma der Familienpolitik

    04.06.08


    Das neue Dogma der Familienpolitik: Betreuung und Förderung nur außerhalb der Familie

    Diskriminierung statt Gleichbehandlung

    Kurt J. Heinz

    (MEDRUM) Eltern, die versuchen, ihre Kinder in den ersten Lebensjahren hauptsächlich in der Familie aufwachsen zu lassen, haben es schwer, Gehör und Unterstützung zu finden. Das wird aus den Erfahrungen, die Maria Steuer vom Familiennetzwerk macht, überdeutlich. Die Plenardebatte im Deutschen Bundestag am 29. Mai hat die Schieflastigkeit der familienpolitischen Entwicklung offengelegt.

    Die Vorstellungen der Familienpolitiker konzentrieren sich weitgehend darauf, die Betreuung von Kindern bereits in der frühkindlichen Entwicklungsphase in außerfamiliären Einrichtungen zu gewährleisten. Die Förderung und Unterstützung von Kindern, die in den ersten Lebensjahren in der Familie aufwachsen, wird demgegenüber stiefmütterlich behandelt, obwohl renommierte Experten immer wieder auf die Wichtigkeit der familiären Bindung von Kindern in der Frühphase ihrer Entwicklung hinweisen.

    Selbst das Betreuungsgeld, das es Eltern erleichtern soll, sich in der Frühphase selbst um ihre Kinder zu kümmern, wird von großen Teilen der deutschen Parlamentarier abgelehnt. Die einen behaupten, das Betreuungsgeld werde zweckentfremdet, und andere stellen es in Frage, weil die Betreuung bereits durch das Ehegattensplitting gefördert werde. Grundsätzliche Einigkeit besteht hingegen darüber, dass das Kinderförderungsgesetz den großangelegten Ausbau der Kinderbetreuung in außerfamiliären Einrichtungen gewährleisten soll.

    Aus der Debatte wurde erneut deutlich, dass man dies für eine ökonomische Notwendigkeit hält. Genannt werden die Steigerung der Frauenerwerbsquote, Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Alleinerziehenden, Erhöhung der Erwerbstätigkeit zur Milderung der Kinderarmut, Behebung des Fachkräftemangels und auch die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union.

    Es liegt auf der Hand, dass diese Ziele nur erreicht werden können, wenn die Betreuung kleiner Kinder künftig in großem Maßstab in außerfamiliären Einrichtungen und Betreuungsstellen gewährleistet werden kann. Es wurde sogar vom Aufziehen der Kinder als einer öffentlichen Aufgabe gesprochen. Gerade diese Formulierung zeigt zutreffend, das die Maßnahmen der Familienpolitik zu einer Situation führen werden, in der Kinder überwiegend außerhalb der Familie betreut und erzogen werden. Der Ort, an dem sie aufwachsen, wird zu einem großen Teil in Kinderkrippen, bei Tagespflegestellen, Betriebskindergärten, Tagesmüttern oder Tagesvätern sein. Damit wird auch die frühkindliche Erziehung de facto tatsächlich zu einer Aufgabe, die zu maßgeblichen Teilen nicht mehr unmittelbar von den Eltern geleistet wird. Erziehung der Kinder, die nach dem Grundgesetz in der Verantwortung der Eltern liegt, wird damit quasi zu einer öffentlichen oder auch gesellschaftlichen Aufgabe.

    Die gegenwärtig verfolgten Konzepte in der Familienpolitik unterstützen genau diesen Prozess einer Vergesellschaftung der Kindererziehung. Konzepte, Ziele und Maßnahmen der Familienpolitik beruhen auf einem Standardmodell, nach dem die Elternteile grundsätzlich einer Erwerbstätigkeit nachgehen und ihre erzieherische Aufgabe für die Dauer ihrer Erwerbstätigkeit an Betreuungs- und Pflegestellen abgeben. Durch eine einseitige Förderung der außerfamiliären Kinderbetreuung wird dieses Standardmodell zur Norm. Die Betreuung und Erziehung der Kinder innerhalb der Familie bekommt zwangsläufig den Status eines Ausnahmefalls, der weder gleichrangig behandelt noch gleichwertig unterstützt wird.

    Somit fehlt es Familien, die die Förderung und Erziehung ihrer Kinder noch als ihre vorrangige, ureigene Aufgabe verstehen und diese Rolle auch wahrnehmen wollen, an der notwendigen Unterstützung. Die gegenwärtige Politik bietet ihnen zur außerfamiliären Kinderbetreuung keine Alternative. Es fehlt sowohl ein finanzieller Ausgleich für den Verzicht auf Erwerbstätigkeit wie eine Unterstützung, die Eltern bei der Betreuung und Erziehung von Kindern in der Familie begleitet. Dafür ist weder in den Köpfen noch in der Kasse ausreichend Platz. Betreuung und Förderung von Kindern kann demnach künftig nur noch außerhalb der Familie stattfinden. "Betreuung und Förderung nur außerhalb der Familie", scheint das neue Dogma der Familienpolitik sein. Der Redebeitrag der Parlamentarierin Ekin Deligöz (BÜNDNIS90/Die Grünen macht dies deutlich: „Das Betreuungsgeld hält Frauen von der Erwerbstätigkeit ab, und es hält Kinder von der Kinderförderung fern." Er spiegelt ein Verständnis von Familie und eine Normierung der Entwicklung von Familie und Gesellschaft wieder, aus denen keine faire Gleichbehandlung sondern eine Diskriminierung von Eltern und Familien spricht.


    04.06.08 Aus der Plenardebatte des Deutschen Bundestages zum Kinderförderungsgesetz MEDRUM

    Entsetzen und Buhrufe für Familienpolitik -> MEDRUM-Artikel 


    Erhaltet die Familien -> Gedicht


    Weitere Information über die Familie

    -> www.Familie-ist-Zukunft.de

    -> www.familientrends.de

     

  • Friedbert Pflüger, Oppositionsführer der CDU im Berliner Senat, schreibt an Medrum:


    Friedbert Pflüger, Oppositionsführer der CDU im Berliner Senat, schreibt an Medrum-Leser:

     

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    vielen Dank für Ihre Email und Ihre Ermutigung zu meinen Äußerungen über die Sendung von Anne Will.

    Ich habe mich darüber sehr gefreut. Die Anzahl der Anrufe, Briefe und Emails dazu ist so groß, dass ich leider nicht jedem persönlich antworten kann. Ich habe mich deshalb entschlossen, die Beweggründe für meine Äußerung noch einmal in meinem Internetblog www.pfluegers-blog.de aufzuschreiben. Vielleicht haben Sie ja Lust dort mitzudiskutieren und einen Kommentar zu hinterlassen.

    Mit besten Grüßen

    Ihr Friedbert Pflüger



    -> MEDRUM-Artikel

     


    Auszug aus der Stellungnahme von Friedbert Pflüger zu den Fakten:

    "1. Der Schuldenstand am Ende der Großen Koalition 2001
    betrug ca. 38,5 Milliarden Euro (Zeitraum: 1949-2001). Unter Wowereit sind bis
    2007 ca. 22 Milliarden Euro hinzugekommen, also fast 60 % mehr als noch
    2001.

    2. Die „100 Millionen Überschuss“ sind dem einmaligen Plus 2007
    durch den Verkauf der Landesbank zu verdanken. Die Gesamtschulden
    bleiben.

    3. Dann wird in dem „Einspieler“ der Bankenskandal für den
    Schuldenstand verantwortlich gemacht. Die Wahrheit hat Klaus Wowereit aber
    selbst am 26.04.2006 vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärt: „Die
    Krise der Bankgesellschaft Berlin hat – anders als häufig vermutet – keinen
    wesentlichen Einfluss auf die Haushaltsnotlage Berlins.“ Tatsächlich ist es also
    nicht die „böse CDU“, sondern das Erbe der Teilung, die Kosten der Vereinigung,
    das Rückfahren der Subventionen durch den Bund, die in erster Linie den
    Schuldenberg verursacht haben.

    4. Die Senkung der Arbeitslosigkeit geht
    auf die bundesweite Konjunktur zurück. Im Vergleich aller Bundesländer belegt
    Berlin mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 11,4 Prozent bezogen auf den
    Vorjahreswert nur Platz 13. Und dies trotz eines weitaus höheren
    Ausgangsniveaus. Die neueste Untersuchung des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts
    (Berliner Morgenpost, vom Samstag, 31.05.2008) weist Berlin bei der Frage nach
    der zukunftsfähigsten Großstadt in Deutschland nur Platz 24 von insgesamt 30
    Städten zu.

    5. Auch die übrigen Zahlen, die gemachten Interviews –
    verfolgen ein einziges Propaganda-Ziel: Rot/Rot ist super. In diesem Sinne wurde
    Klaus Wowereit gleich zu Beginn als „erfolgreicher“ Ministerpräsidenten
    vorgestellt. Dann fiel Frau Will Herrn Wendelin von Boch-Galhau beflissen ins
    Wort und verteidigte mit falschen Zahlen Rot/Rot, dem ihre Lobhudelei
    offensichtlich schon peinlich wurde."


  • Barbarischer Angriff auf das Abu-Fana-Kloster in Ägypten

    05.06.08


    Barbarischer Angriff auf das Abu-Fana-Kloster in Ägypten

    Christen werden wie Freiwild behandelt

    (MEDRUM) Grausamkeiten, die in Deutschland kaum vorstellbar sind, passieren in anderen Teilen dieser Welt wie jetzt in Ägypten. Da wird ein christliches Kloster beschossen, teilweise niedergebrannt, ein Mönch wird getötet, drei Mönche werden entführt und elf Mönche zum Teil schwer verletzt. Ihre Hilferufe bleiben erfolglos.

    Das Abu-Fana-Kloster in Ägypten war Ziel eines barbarischen Angriffes, wie Jesus.ch berichtet. Mehrere Stunden wurde dieses koptische Kloster beschossen und überfallen. Gewehrsalven aus einem dutzend Gewehre werden auf das 1700 Jahre alte Kloster und seine Mönche von einem Mob aus gewaltbereiten Moslems über mehrere Stunden hinweg abgefeuert. Die Kopten riefen die ägyptischen Behörden zu Hilfe. Ihre SOS-Rufe verhallen jedoch wirkungslos. Stattdessen hätten die Behörden einen anschließenden, friedlichen Protestmarsch von rund 300 Kopten unter Einsatz von Schusswaffen aufgelöst und acht Kopten festgenommen, berichtet die "Gesellschaft für bedrohte Völker" (GfbV). Laut GfbV sei ein Aufschrei im Westen ausgeblieben. Dies sei nicht der erste Überfall, doch die Genehmigung zum Bau einer Schutzmauer werde ihnen von den ägyptischen Behörden seit Jahren verweigert.


    Ein anderer Bericht über Grausamkeit gegen Christen: Die Märtyrer von Malatya.


     

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