Chimären-Experimente - Grenzüberschreitung

05.04.08


Chimären-Experimente - Grenzüberschreitung zwischen Mensch und Tier

Hubert Hüppe nimmt eine ablehnende Haltung zum Klon-Experiment britischer Forscher ein, das er als "Frankenstein- Experiment" bezeichnet. Er begründet seine Auffassung auch mit der Feststellung: "Das neue Klon-Experiment überschreitet die Gattungs-Grenzen zwischen Mensch und Tier. Weil menschliche Zellkerne in zuvor entkernte Eizellen von Kühen verpflanzt wurden, und weil die entkernten Kuh-Eizellen noch eine gewisse Menge Erbmaterial (sogenannte mitochondriale DNA) enthalten, sind die erzeugten Embryonen teilweise menschlich und teilweise tierisch." Diese Feststellung ist Teil seiner Position, die MdB Hüppe auf seiner Webseite veröffentlicht hat. Hubert Hüppe ist der für medizinische Grundsatzfragen und Gentechnik zuständige Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion im Gesundheitsausschuss und war Vorsitzender der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin. Er ist u.a. Mitglied der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB).

Image Bei der Verbindung von Erbmaterial des Menschen und eines Tieres in einer Zelle entstehen embryonale Zellen, die sowohl menschliche DNA wie tierische DNA enthalten. Mit DNA werden diejenigen Anteile von Zellen bezeichnet, in denen die Schlüsselinformationen für Stoffwechsel und Entwicklung eines Lebewesens in kodierter Form auf engstem Raum gespeichert sind. Diese Informationen werden bei der Vererbung weitergegeben. DNA ist eine Abkürzung für den Begriff Desoxyribonukleinsäure. Er bezeichnet ein komplex aufgebautes Biomolekül (Doppelhelix, Bild links), in dem die Erbinformation von Lebewesen enthalten ist. Beim sogenannten Entkernen einer Eizelle, wird zwar mit dem Zellkern die darin vorhandene DNA entnommen, in der Zellwand der Eizelle verbleiben jedoch DNA-Anteile, die für die Lebensfähigkeit der Zellwand und ihrer Entwicklung wichtig sind. Dazu gehören winzige Organe (Organellen), sogenannte Mitochondrien, die ebenfalls DNA enthalten. Diese DNA-Anteile werden als mitochondriale DNA bezeichnet. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand der Forschung wird mitochondriale DNA in der Regel mütterlich vererbt. Die mitochondriale DNA eines Embryonen stammt damit aus der Eizelle, alsio von der Mutter. Aus diesen Zusammenhängen geht hervor, dass die Verbindung zwischen dem Zellkern einer menschlichen Stammzelle, der in eine entkernten Eizelle der Kuh injiziert wird, einen Embryonen ergibt, der sowohl menschliche wie tierische DNA enthält, und dass dementsprechend eine Mischung aus menschlichem und tierischem Erbmaterial in solchen Embryonen vererbt wird. Dies sind die Gründe, weshalb Hubert Hüppe von einer Mischung aus Mensch und Tier, also von einer Chimäre spricht.

Nach Bekanntwerden des britischen Experimentes haben verschiedene Stellen aus Politik und Gesellschaft ihre ablehnende Haltung bekundet. Dazu gehört auch der schottische Kardinal Keith O'Brien, der von einem «monströsen Angriff auf die Menschenrechte, die menschliche Würde und das menschliche Leben» sprach. Es sei «schwer, sich ein Gesetz vorzustellen, dass die Heiligkeit des Lebens umfassender angreift als dieses», so O'Brien.

In 2007 gab es in Groß-Britannien bereits eine Debatte über Chimären-Experimente, als umstrittene Pläne britischer Forscher bekannt wurden, Mischwesen aus Mensch und Rind zu schaffen, die von der behördlich genehmigt worden waren. Nach eingehender Prüfung seien keine fundamentalen Gründe gefunden worden, diese Art Forschung zu verbieten, hieß es dazu von den zuständigen britischen Stellen im letzten Jahr. Über jedes Experiment werde ein Komitee jedoch einzeln entscheiden, eine generelle Genehmigung solcher Experimente gebe es nicht.

Auch in Deutschland gab es in 2005 eine ähnliche Diskussion wegen des sogenannten Göttinger Chimärenexperimentes, bei dem es zur Implantation menschlicher embryonaler Stammzellen in Gehirne von Affen gekommen war. Die Versuchstiere entwickelten allerdings Gehirntumore und wurden nach einigen Wochen eingeschläfert. Echte Chimären, waren die diese Affen jedoch nicht, weil Fremdzellen und fremdes Ergut nicht in die Embryonalentwicklung eingeschleust worden waren, wie die Forscher damals in einer Erklärung bestätigten.


s.a. -> Meldung vom 02.04.08 und -> Doctor Jekyll und Mister Hyde

 

Quellen: 
http://www.huberthueppe.de/bio08/080402.shtml, u.a.
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