Wolfgang Bosbach (CDU) bezieht Stellung zu Chemnitz und Maaßen


15.09.18

Wolfgang Bosbach (CDU) bezieht Stellung zu Chemnitz und Maaßen

Experte der Innenpolitik hofft, dass die Union nicht vor der SPD einknickt

(MEDRUM) Während das ZDF am Donnerstag vorzugsweise den Jusovorsitzenden Kühnert in den Hauptnachrichtensendungen Stellung zum Fall Maaßen nehmen  ließ, hat die Zeitung Merkur den langjährigen Bundestagsabgeordneten und Innenpolitiker Wolfgang Bosbach (CDU) zu Chemnitz und Maaßen interviewt..

ImageReden von Schulz und Kahrs kontraproduktiv

Wolfgang Bosbach gab sowohl zu den Vorkommnissen in Chemnitz als auch zur Causa Maaßen eine klare Stellungnahme ab. Bosbach verteidigt Seehofer und Merkel und kritisiert insbesondere den Umgang der SPD-Politiker Martin Schulz und Johannes Kahrs mit der AfD bei der Bundestagsdebatte.

Laut Merkur sagte Bosbach hierzu: "Wenn die Herren Martin Schulz und Johannes Kahrs glauben, dass ihre temperamentvollen Reden dazu beitragen, die AfD klein zumachen, dann irren sie sich." Für Bosbach ist jede Form der Beschimpfung der AfD kontraproduktiv. Denn das schweiße die Anhänger der AfD eher zusammen, meint Bosbach, der dazu rät, in der Sache hart, aber kühl und im Ton moderat zu bleiben

Es gibt kein Verbot, der Kanzlerin zu widersprechen

Zu Frage, ob Ministerpräsident Kretschmer und der Präsident des Verfassungsschutzes der Bundeskanzlerin widersprechen durften, meinte Bosbach: "Ich bin überrascht, wie oft ich das gelesen habe. Es ist in Deutschland nicht verboten, der Kanzlerin zu widersprechen und eine eigene Meinung zu haben. Es wird ja der Eindruck erweckt, dass sich Maaßen der Bild-Zeitung aufgedrängt hat, nach dem Motto: ich habe da einen Knüller für Euch. So war es ja nicht. Es war ein Auszug aus einem verabredeten Gespräch, mit dessen Publizierung er einverstanden war. Das Interview sei sicherlich etwas unglücklich gewesen, aber das sei kein Grund, Hans-Georg Maaßen das Vertrauen zu entziehen. Er könne nur hoffen, dass die Union nicht vor der SPD einknickt und Maaßen sein Amt aufgeben müsse.

Das Interview im Münchner Merkur: https://www.merkur.de/politik/wolfgang-bosbach-cdu-deutlich-ueber-chemnitz-maassen-merkel-seehofer-und-afd-zr-10240767.html