Major Tom alias Matthias Matussek: Völlig losgelöst von der WELT


18.11.15

Major Tom alias Matthias Matussek: Völlig losgelöst von der WELT

Soziales Netzwerk facebook und Kontrollverlust wurden dem Autor der Tageszeitung DIE WELT zum Verhängnis

Ein Spitzlicht von Kurt J. Heinz

(MEDRUM) Es war ein echter Hit, Peter Schillings Song "Major Tom", der abhob und völlig losgelöst ... und schwerelos im Raum schwebte. Ein aktueller Hit, wenn auch nicht in den Charts, ist ein Ereignis, das die Anhänger des Autors der WELT, Matthias Matussek, atemlos machen und ihnen einen Schlag versetzen könnte. Breaking News: Die Tageszeitung DIE WELT hat den Journalisten Matussek gefeuert, ihm mit sofortiger Wirkung gekündigt.

Eklat über Facebook-Posting

Wenn geglaubt werden kann, was der SPIEGEL unter der Überschrift "Eklat über Facebook-Posting" verlautbart hat, dann ist der besonders in christlichen Kreisen als freimütig bekannte Journalist und Autor Matthias Matussek nun von der WELT lösgelöst. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Chefredakteur der WELT während der Redaktionskonferenz soll sich DIE WELT überraschend und mit sofortiger Wirkung von Matussek getrennt haben, wie SPIEGEL und MEEDIA berichten. Einen Rausschmiß würde das der Normalbürger nennen. Verständlich wird das erst, wenn sich der Leser vor Augen hält, was Matussek, der offenbar auf seine Art "abhob" laut SPIEGEL zu seinem Chefredakteur gesagt haben soll: "Durchgeknalltes Arschloch".

Kai Diekmann: "ekelhaft" - Jan-Eric Peters: "durchgeknallt"

Zu dieser "durchgeknallten" Auseinandersetzung soll es gekommen sein, weil Matussek sich zuvor "erdreistet" hatte, in facebook einen Kommentar von sich zu geben, den Kai Diekmann, Chef-Redakteur der Zeitung BILD und demnächst zum Herausgeber der BILD-Gruppe aufgestiegen, als "ekelhaft" bezeichnete. Matussek meinte im so genannten sozialen Netzwerk facebook zum Problem der Nichtkontrolle der deutschen Grenzen: "Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und einer Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen."

Matussek habe "oImagerakelt", meint der SPIEGEL. Das Pech von Matussek: Sein "Orakeln" schlug unangenehm hohe Wellen. Auch der Chefredakteur der WELT, Jan-Eric Peters, distanzierte sich im Namen der Welt von Matusseks facebook-Eintrag mit ähnlicher Deutlichkeit. Er nannte den Beitrag "durchgeknallt" (Bild links).

Ein verhängnisvolles Smiley

Allein der geschriebene Satz war es noch nicht ganz, was Diekmann und Peters in Angriffshaltung versetzte. Nein, es war zudem das für sich betrachtet wohl eher harmlos und freundlich dreinschauende Smiley, das Matussek seinem Texteintrag angefügt hatte, und das sich mit Matusseks Zeilen zu einer explosiven Mischung verband. Matussek tat dies womöglich in einem Anflug von vermutlich spöttisch harmlos gemeintem, aber für die Chefredakteure Diekmann und Peters offenbar völlig unerträglichem Humor. Und der  Journalist und vielfache Buchautor tat das ganz offensichtlich an einer Stelle, an der die beiden Herren jene Art von Humor so unpassend fanden, dass Diekmann sich "genötigt" sah, sein Urteil öffentlich durch das Etikett "ekelhaft" zu bekennen: "Ich finde Deine smiley-Reaktion einfach nur EKELHAFT". So war es letztlich der "Bekennermut" eines Kai Diekmann und eines Jan-Eric Peters, der sein Bekenntnis zu den Werten "Freiheit und Menschlichkeit" demonstrierte, der Matussek seinen Job als Autor bei der WELT kostete. Dass er den dort amtierenden Chefredakteur mit einem beleidigenden Begriff belegt haben soll, kam augenscheinlich erschwerend hinzu. Ob dies kontrolliert oder unkontrolliert geschah, ist unerheblich.

Das Tabu Einlasskontrolle und Terrorismusbekämpfung

Matussek hätte aus zwei Gründen gewarnt sein können. Kai Diekmann gab schon dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff zu verstehen, nachdem dieser ihm auf sein Tonband gesprochen hatte, dass mit ihm nicht gut Kirschen zu essen ist, und zweitens hätte Matussek klar sein müssen, dass er sich zum Problem der Einlasskontrolle, nicht die Einlasskontrolle in ein Fußballstadion oder in eine Konzerthalle, aber zur Einlasskontrolle an den Grenzen Deutschlands geäußert hatte. Und spätestens da hört wohl jeder Spaß auf, erst recht, wenn er auch noch ernst gemeint sein sollte. Diese Erfahrung musste vor wenigen Tagen erst der CSU-Minister Markus Söder machen. Terroranschläge in Verbindung zu bringen mit dem Problem der Kontrolle eines Flüchtlingszustroms ist offenbar tabu, auch wenn, wie jetzt erwiesen ist, einer der Terroristen, die am vergangenen Freitag in Paris wüteten, über die Balkanroute nach Österreich und dann über Deutschland nach Paris reiste. Doch das politische und mediale Credo lautet: Keine Vermischung der Themen Flüchtlingszustrom und Terrorismusbekämpfung.

ImageMajor Tom: "Mir wird kalt"

Nun ist Matussek wie einst Peter Schillings Major Tom völlig losgelöst von der Erde, respektive der WELT. Für Matussek eine neue Erfahrung von Freiheit, von Pressefreiheit, einer Presse, die ihn eben freigesetzt hat.

Ob bei Matussek jetzt auch das Gefühl der Schwerelosigkeit herrscht, kann wohl nur er selber sagen. Matussek korrigierte das Smiley übrigens später von freundlichem in trauriges Gesicht mit den Worten: "Nun hab ich das verdammte Smiley korrigiert. Klar bin ich traurig über die Toten, es ist banal, das anzumerken..."

Wie einst Major Tom hat auch Matussek keine Aussicht, zur WELT zurückkehren zu können. Am Schluss sagt Major Tom: "Mir wird kalt."

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Der Song von Peter Schilling: Major Tom

Matthias Matussek, e-Mail: info(at)matthias-matussek.de

Internetseite: www.matthias-matussek.de


17.11.15 Eklat über Facebook-Posting: "Welt" trennt sich von Autor Matussek Spiegel