5 Monate Gefängnis wegen Verweigerung einer Lesben-Ehe


30.09.15

5 Monate Gefängnis wegen Verweigerung einer Lesben-Ehe

Französisches Gericht verurteilt muslimische Bürgermeisterassistentin in Marseille zu einer 5-monatigen Bewährungsstrafe

(MEDRUM) Ein französisches Gericht hat die Assistentin eines Bürgermeisters zu einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten verurteilt, weil sie es ablehnte, zwischen zwei lesbischen Frauen amtlich eine Ehe abzuschließen. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

ImageDie Weigerung, als Amtshandlung eine sogenannte Homo-Ehe zwischen zwei Frauen abzuschließen, kann in Frankreich mit einer drastischen Gefängnisstrafen geahndet werden. Diese Erfahrung machte Sabrina Hout in Marseille.

Wie aus Medienberichten hervorgeht, wollten dort im August 2014 zwei lesbische Frauen eine Ehe abschließen. Die Muslimin Sabrina Hout war jedoch nicht bereit, als Assistentin des Bürgermeisters im 8. Sektor von Marseille die dazu vorgesehenen Amtshandlungen vorzunehmen. Deswegen verurteilte sie am Dienstag das Gericht zu einer 5-monatigen Gefängnisstrafe auf Bewährung. Außerdem muß Hout jeder der beiden Frauen 1.200 Euro zahlen. Ihre Weigerung wurde als "Homophobie" ausgelegt.

Das Gericht sah Hout verpflichtet, auch eine Amtshandlung gegen ihre religiöse Überzeugung vorzunehmen. Sie hätte sich "neutral" verhalten müssen. Der Richter ging über den Antrag des Staatsanwaltes hinaus, der eine 3-monatige Strafe gefordert hatte. Keine Rolle spielte, dass eine "Homo-Ehe im Islam undenkbar" ist, wie DIE ZEIT in einem Gastbeitrag von Muhammad Sameer Murtaza im Juni 2015 schrieb.

Über den Vorfall und die Verurteilung berichtet unter anderen "TÊTU - Toute l'actualité gay, lesbienne, bi et trans" (Alles Aktuelle über Schwule, Lesben und Transsexuelle).

Wie das jetzige Urteil zeigt, haben sich die Hoffnungen vieler Menschen, die bei der "Demo für alle" in Frankreich auf die Straße gegangen sind, um gegen eine Öffnung der Ehe zu demonstrieren, nicht erfüllt. Statt der "Demo für alle" gibt es in Frankreich jetzt die "Ehe für alle".


29.09.15 Prison avec sursis pour une élue qui avait refusé de marier deux femmes Auslandsmedien

Leserbriefe

Ehe und Europa für alle

Als ich heute morgen die FAZ aus meinem Briefkasten holte und die Schlagzeile las, kam mir folgendes Bibelwort in den Sinn: " Macht euch auf, und zieht hinauf gegen eine sorglose Nation, die in Sicherheit wohnt!, spricht der Herr. Sie hat weder Tore noch Riegel, sie wohnen für sich ... und ich werde ihnen von allen Seiten Verderben bringen, spricht der Herr." Jeremia 49, 31+32c Elb..

Angesichts dieses Urteils in Frankreich und der entsprechenden Entwicklung in unserem Land, befürchte ich, daß Gott diesen Dingen nicht mehr lange ohne Antwort zusehen wird. Die FAZ Schlagzeile ist: "Bis zu 10 000 Migranten kommen täglich" Die österreichische Innenministerin spricht schon von Einsätzen staatlicher Gewalt an den Grenzen. Inzwischen nennt man die Menschen Migranten und nicht mehr Asylsuchende. Wie ich hörte, ob die Quellen zuverlässig sind, bin ich mir nicht sicher, seien unter den zahlreichen Menschen, die in unser Land strömen auch uns feindlich gesinnte Islamisten. Ehrlich gesagt, ich bin ratlos wie ich mich als Christ diesen Ereignissen gegenüber verhalten soll.

Mit freundlichen Grüßen,
Mathias Hirschbichler

Schlüssel verloren

Lieber Bruder Mathias Hirschbichler,

wie sehr Sie mir und bestimmt vielen anderen Mitchristen aus dem Herzen sprechen. Wir sind nicht alleine mit unserer Ratlosigkeit, mit unseren Tränen. Aber da ist unser Vater in dem Himmel, der uns die Tränen abwischen wird. Und, wir dürfen es nicht vergessen: Da ist ein Volk, da sind unsere einfachen Menschen, die täglich treu ihren Dienst tun, die ihre Arbeit fleissig verrichten und die sich auf die Führung in unserem Lande verlassen haben.

Nun aber wird ein jeder Mensch gewahr, dass etwas irgendwie Monströses auf uns zu kommt. Nicht mehr lenkbare Einflusse. Stellen Sie sich vor, Besuch kommt, zehn Mann, nachdem Sie alle freundlich bewirtet haben, übernimmt der Besuch Haus, Hof, Garten, Bankkonto, Kühlschrank, Zimmer und schliesslich noch einen Teil der Familienmitglieder? Das ist eine Horrorvision mit Wirklichkeitscharakter.

Was sollen wir tun, fragen viele Menschen, die genau das befürchten, was dieses Bild vermittelt? Ich bin täglich unter den Arbeitern. Bin als Frührentner ihr Mann für alle Fälle, sei es LKW fahren oder Halle fegen. Wir frühstücken zusammen. Von Beruf Diplom Staatswissenschaftler, DDR, seit 1989 ohne Staat und nun bald auch ohne Politik? Je nachdem, wer in absehbarer Zeit das Ruder übernimmt: Unsere Arbeiter, junge, fleissige, intelligente, liebenswürdige Leute verlangen danach, dass die Wahrheit gesprochen wird und dass unser Land auf dieser Basis geführt wird. Nunmehr wächst jedoch Misstrauen und Unmut. Aber um so mehr brauchen sie jetzt Dich und mich, dass wir ihnen zuhören und zeigen, wie der Weg zurück zur Wahrheit geht. Die Situation gleicht immer mehr der von 1989 im Sommer und Herbst in der DDR. Menschen im Land tun sich zusammen, um zu beratschlagen, was ist und was wird? Es wächst die Unsicherheit unter den Menschen und deshalb brauchen sie guten Rat, die Wahrheit.

Abschliessend: Wir haben den Schlüssel verloren. Das sind die christlichen Werte, so wie diese sich in den zehn Geboten finden. Wir müssen unsere Menschen ermutigen. Dazu brauchen wir selber Mut und Weisheit. Das alles bekommen wir von Jesus, lasst uns IHN ehren und lieb haben und wir untereinander ebenso und so nehmen wir Einfluss auf die Entwicklung, dafür betend, dass Gott unsere Menschen für den Glauben ganz neu erweckt.

Mit freundlichen Grüssen,
Dieter Schimmelpfennig.

Kommentare wie diese machen

Kommentare wie diese machen es mir schwer, meine Glaubensgeschwister noch sehen, sprechen oder berühren zu wollen. Ich bin Christin.

https://kalliopevorleserin.wordpress.com/

Wie bitte?

Es geht in dem Artikel an keiner Stelle um Migranten. Sabrina Hout ist Muslima, ist Französin, dem Nachnamen nach wohl mit arabischen Wurzeln - und sie ist in Frankreich Standesbeamtin. Hélène Burucoa und Claude Génart, die beiden heiratswilligen lesbischen Frauen, sind Französinnen.

Wenn Sie den Links folgen, finden Sie den französischen Zeitungsbericht. Dort wird Frau Hout zitiert: "Je suis vraiment désolée. J'ai honte d'avoir fait ce que j'ai fait, si ça été interprété comme de l'homophobie". Tout en persistant à présenter l'enchaînement des faits comme un "mauvais concours de circonstances". Son avocat avait mis en avant "la maladresse" et "l'ignorance" de sa cliente. Zu Deutsch: "Es tut mir wirklich Leid. Ich schäme mich, getan zu haben, was ich getan habe, wenn das als Homophobie interpretiert wurde." Sie bestand aber darauf, die Folge der Ereignisse sei eine "ungünstige Kette von Umständen". Ihr Anwalt hatte vorher vom "Ungeschick" und "Unwissen" seiner Klientin gesprochen.

Sicher: Nach französischem Recht gehört die standesamtliche Eheschließung homosexueller Paare zu Frau Houts Pflichten, ganz gleichgültig, was man zur Homo-Ehe sagen mag. Aber ich möchte doch sehr gerne wissen, was Sie gesagt hätten, wenn Frau Hout keine Muslima, sondern Christin wäre. Der Artikel hat nicht das Mindeste mit irgendeinem Migrantenproblem zu tun. Es geht um den Konflikt zwischen der religiösen Überzeugung, daß eine Ehe zwischen Homosexuellen nicht möglich ist, und dem französischen Recht, das die Möglichkeit solcher Ehen vorsieht. Es geht um den Gewissenskonflikt, in dem die religiöse Standesbeamtin ist.

Ich wüßte nun gerne, was Sie geschrieben hätten, wenn sie nicht Muslima, sondern Christin wäre. Wäre sie dann Ihre Heldin? Ich bin Christin. Ich bin gegen Homoehen. Ich habe Sympathie für die französische Standesbeamtin Sabrina Hout. Zwar glaube ich, sie hätte in diesem Fall aufgrund der Gesetzeslage die Amtshandlung vornehmen müssen, wenn auch mit Bauchgrummeln. Mir ist nicht bekannt, ob sie praktisch die Möglichkeit gehabt hätte, diese Arbeit an einen Kollegen zu deligieren. Die Angelegenheit ist nicht ganz einfach. Aber sie hat mit dem Gewissen zu tun, nicht mit der Herkunft. Die ganze Geschichte dreht sich nicht um Migranten, sondern um französisches Recht, Gewissensentscheidungen und den Unterschied zwischen säkularen und religiös geprägten Denkweisen.